EURO-ECO 2010

Hanover

2 - 3 Dezember 2010

Environmental, Engineering - Economic and Legal Aspects for Sustainable Living

European Academy of Natural Sciences, Hanover

European Scientific Society, Hanover

University of Bremen, Bremen

Inge Schmitz-Feuerhake
Sebastian Pflugbeil
DIE GESUNDHEITLICHEN FOLGEN DES TSCHERNOBYLUNFALLS IN OFFIZIELLER DARSTELLUNG: ÖKONOMIE GEGEN ÖKOLOGIE
Gesellschaft für Strahlenschutz e.V., Hannover, Deutschland
E-mail: ingesf@uni-bremen.de

Der Super-GAU im Block IV der Kernkraftwerke von Tschernobyl Ende April 1986 führte zu einer radioaktiven Verseuchung auch weit entfernter Landstriche auf der nördlichen Halbkugel. Zur international maßgeblichen Institution in der Folgenabschätzung wurde das Strahlenschutzkomitee der Vereinten Nationen UNSCEAR – United Nations Scientific Committee on the Effects of Atomic Radiation. Dieses Komitee - und in seinem Gefolge die UNO-Organisa-tionen WHO (Weltgesundheit) und IAEO (Atomenergie) sowie die EU-Kommission – haben die Folgen der Bestrahlung für die Gesundheit der betroffenen Bevölkerungen als außerordentlich gering eingeschätzt. Die Vorgehensweise von UNSCEAR ist dabei wie folgt: man ermittelt zuerst eine mittlere Strahlendosis der Bevölkerung für verschieden weit entfernte Zonen in Europa und Vorderasien und berechnet dann die zu erwartenden Krebserkrankungen bei den Bestrahlten und die genetischen Defekte bei ihren Nachkommen. Für diese Abschätzung benutzt man Daten über den Dosis-Wirkungszusammenhang von den Überlebenden der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki. Es lässt sich leicht zeigen, dass die abgeschätzten Dosen viel zu klein sind. Zahlreiche Wissenschaftler aus osteuropäischen Ländern haben sogenannte „Biologische“ Dosimetrien vorgenommen, bei denen sich anhand sichtbarer Chromosomenveränderungen im Blut der Bestrahlten viel höhere Strahlenbelastungen zeigen. Dadurch erklären sich auch die vielen Befunde über Erkrankungsraten nach Tschernobyl, die weit oberhalb der UNSCEAR-Angaben liegen. Die Leugnung und Verharmlosung von Strahlenschäden durch die Kerntechnik hat eine lange Tradition in westlichen und östlichen Industrienationen.

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