EURO-ECO 2009

Hanover

3 - 4 Dezember 2009

Environmental, Engineering - Economic and Legal Aspects for Sustainable Living

European Academy of Natural Sciences, Hanover

European Scientific Society, Hanover

University of Bremen, Bremen


Sönke Kraft WERKMÄSSIG GEDÄMMTE ROHRSYSTEMEN FÜR DEN EINSATZ IN FERNWÄRME- UND FERNKÄLTENETZEN
Fernwärme-Forschungsinstitut in Hannover e.V., Hannover; E-mail: kraft@fernwaerme.de, http://www.fernwaerme.de

Beim Aufbau von Fernwärme- und Fernkältenetzen ist die Verwendung von werkmäßig gedämmten Rohrsystemen Stand der Technik. Die Rohre werden nach Möglichkeit direkt im Erdreich verlegt, da die Rohre im Erdreich weitgehend vor Umwelteinflüssen geschützt sind sowie Verkehr und Landschaftsbild durch die Rohre nicht beeinträchtigt werden. Für verschiedene Betriebs- und Verlegebedingungen sind entsprechende starre und flexible Rohrsysteme erhältlich. Zu den starren Rohrsystemen zählen (in Klammern maximal zulässige Dauerbetriebstemperaturen / Nenndruckstufe) das Kunststoffmantelverbundrohr, das Wickelfalzrohr (beide ca. −20…+140 °C / PN 25) und das Stahlmantelrohr (ca. −50…+400 °C / PN 25). Geliefert werden diese Rohrsysteme als Stangenware, die einzelnen Rohrstangen müssen auf der Baustelle miteinander verbunden werden. Zu diesen Rohrsystemen werden entsprechend dem Rohrsystem konstruierte Formteile (Bögen, Abzweige, Armaturen) geliefert. Zu den flexiblen Rohrsystemen zählen flexible Verbundrohre mit Mediumrohren aus den Metallen Kupfer (ca. −20…+140 °C / PN 16), Weichstahl und gewellter rostfreier Stahl (beide ca. −20…+140 °C / PN 25) sowie flexible Verbundrohre und Rohrsysteme ohne Verbund mit Mediumrohren aus den Kunststoffen vernetztes Polyethylen und Polybuthylen (beide ca. −20…+90 °C / PN 6). Flexible Rohrsysteme werden meist direkt von der Rolle verlegt, die Zahl der auf der Baustelle herzustellenden Verbindungen ist minimal. Bögen werden mit dem Rohrsystem selbst realisiert. Flexible Rohrsysteme mit Mediumrohren aus Kunststoff oder gewelltem rostfreiem Stahl sind selbstkompensierend und benötigen daher keine Kompensationselemente.

Bei einwandfreier Verlegung und Einhaltung der Betriebsparameter im Betrieb können werkmäßig gedämmte Rohrsysteme 30 Jahre und länger sicher und wirtschaftlich betrieben werden. Da insbesondere erdverlegte Rohre nach Abschluss der Bauarbeiten nicht mehr ohne Weiteres zugänglich sind, kommt der baubegleitenden Qualitätssicherung eine entscheidende Bedeutung zu. Fehler bei der Verlegung lassen sich während der laufenden Baumaßnahme mit verhältnismäßig geringem Aufwand korrigieren. Unerkannt können solche Fehler aber im Betrieb zu schweren Schäden an den Rohren führen, deren Beseitigung mit erheblichen Kosten verbunden ist. Zu bedenken sind außerdem die möglichen Sekundärschäden, die durch einen Ausfall der Wärmeversorgung im Winter oder der Kälteversorgung im Sommer auftreten können.

 

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