EURO-ECO 2009Hanover3 - 4 Dezember 2009 |
Environmental, Engineering - Economic and Legal Aspects for Sustainable Living |
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Diana O. Dushkova
| Diana O. Dushkova | GEOGRAPHISCHE DETERMINANTEN VON GESUNDHEIT |
| Moskauer Staatliche Lomonosov-Universität, Moskau |
Der Teilbereich der Medizinischen Geographie wird durch die Forschungen der beiden Fächer Geographie und Medizin begründet. Medizinische Geographie als Bestandteil der Geographie beschäftigt sich mit räumlichen Prozessen, Mensch-Umwelt-Beziehungen und regionalen Besonderheiten unter gesundheitsbezogenen Fragestellungen. In der heutigen Zeit sind die Forschungen in diesem Bereich von besonderen Wichtigkeit. In der Kernbereich dieser Forschungen gehört die Suche nach Verbindungen zwischen den geographischen Eigenschaften der Territorien und der Gesundheit der Bevölkerung. Sie betrachten den Einfluss der Gesamtheit der äußeren Bedingungen auf die Lebenstätigkeit der Bevölkerung, auf ihre Gesundheit, das demographische Verhalten und Strategien der (Über)lebens.
Auf den Prozess der Formierung der Gesundheit des Menschen wirkt eine ganze Reihe biologisch, sozial-ökonomischer, anthropogener, natürlich-klimatischer und anderer Faktoren ein. Die Zahlen belegen, dass die Lebensgewohnheiten den meisten Einfluss auf den Gesundheitszustand haben. Von ihnen hängt ein Viertel aller Erkrankungsfälle ab. An zweiter Stelle stehen aber schon schädliche Umwelteinwirkungen, die ca. 20% aller Erkrankungsfälle veruersachen. Aber wenn es um die Bevölkerung geht, die unter den extremen Naturbedingungen wohnt, beeinflussen die ökologischen Faktoren den Gesundheitszustand stärker. Eine Reihe der Forschungen zeigt, dass das Risiko der negativen Einwirkungen einiger Schadstoffe auf den Organismus des Menschen unter den extremen klimatischen Bedingungen ansteigen kann.
In unser Medizin-Geographischen Analyse des Russischen Nordens untersuchten wir welche Umweltaktoren, sozialen und wirtschaftliche Situation beeinflussen räumlich-zeitliche Verbreitungsmuster von Krankheiten. Der Schwerpunkt dieser Forschung lag auf der Ermittlung und Visualisierung von Gesundheitsrisiken unter Berücksichtigung räumlicher Komponenten. Die Komplexität eines gesundheitlichen Risikos zu erkennen und dieses letztlich unter kartographischen Gesichtspunkten sichtbar zu machen wurde in unser Arbeit präsentiert.
Die Frage stellt sich, ob es sowohl bei den Erkrankungshaufigkeiten als auch den Risikofaktoren Unterschiede zwischen einzelnen Regionen gibt. Zu diesem Zweck werden Karten, mit Hilfe derer sich regionale Muster und Zusammenhaenge auf einen Blick erkennen lassen, eingesetzt (u.a. die Karten des Russischen Nationalatlasses, eine Reihe regionalen Karten sowie eigene Kartographische Materiale). Mit Hilfe kartographischen Methoden kann eine komplexe Darstellung umgesetzt werden.
Können Aussagen uber den Zusammenhang zwischen einzelnen Determinanten/Risiken auf regionaler Ebene abgeleitet werden? Und zeigen sich bei einem direkten visuellen Vergleich der Determinanten/Risiken mit Erkrankungshäufigkeiten räumliche Muster, die als Ansatzpunkt fuer die Hypothesengenerierung und damit weitergehende epidemiologische Analysen dienen konnen?
Ausgehend von diesen Fragestellungen, wird eine interaktive computergestutzte Anwendung entwickelt, mit der raumbezogene multivariate Daten zu Gesundheitsdeterminanten und –risiken im Norden Russlands, auf Ebene der administrative Gebieten dargestellt und visuell ausgewertet werden können. Die Anwendung wird zeigen, welche Möglichkeiten die kartographische Darstellung raumbezogener multivariater Daten bietet und welche Limitationen berucksichtigt werden mussen.
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