EURO-ECO 2008

Hanover

18 - 20 November 2008

Environmental and Engineering Aspects for sustainable living

European Academy of Natural Sciences, Hanover

European Scientific Society, Hanover

University of Bremen, Bremen


L.V. Shulgina WIRTSCHAFTLICHE ASPEKTE DER REGIONALEN ÖKOLOGIE (AM BEISPIEL DER WORONESCHER REGION)
Woronesch staatliche technologische Akademie, Woronesch, Russland

Die ökologische Situation jeder Region Russlands kann man als problematisch bezeichnen. Die industrielle Ökologie ist „der Stein des Anstoßes“ für viele Länder mit industruieller und postindustrieller Kultur. Sie spiegelt sich vor allem an der Reproduktion der nächsten Generationen der Bevölkerung wider. Der Mensch ist nämlich ein Biosystemkomplex: er ist das, was er isst, trinkt, welche Luft er einatmet. Das sozial-ethische Marketing in hochentwickelten industriellen Staaten der Welt hat sich gerade dank diesen Faktoren im Leben etabliert. Die Unternehmer, die durch die Produktion von materiellen Gütern den Gewinn für seine Betriebe bekommen, dürfen das ökologische Gleichgewicht für die Bevölkerung, die neben ihren Betrieben lebt, nicht zerstören. Sonst müssen sie auf eigene Kosten den entstandenen Schaden ersetzen, den sie der Umwelt und der Gesundheit der Bevölkerung zugefügt haben.

Das Hauptziel der staatlichen ökologischen Gutachtenabteilung (SÖG) beim Amt für Naturschutzkontrolle in der Woronescher Region ist die Vorbeugung der eventuellen negativen Folgen bei der Arbeit mit den Naturschutzobjekten, ihrer ungünstigen Einwirkungen auf die Naturschutzressourcen und die Umwelt.

2006 hat die SÖG 209 solche Projekte geprüft und die staatliche ökologische Expertise der Projekte für Förstereien, Gasversorgung der Bevölkerung, Wasserversorgung und Grundreparaturarbeiten von Wassertechnischen Anlagen durchgeführt.

Die Ökologische Probleme der Woronescher Region liegen an der Luftverschmutzung, was für die Gesundheit der Menschen ein hohes Risiko darstellt. So hat A. Jablokov, der Präsident des Zentrums für ökologische Politik Russlands, Mitglied der Akademie für Wissenschaften Russlands, im Buch „Russland: Gesundheit der Natur und der Menschen“ (2007) die Schlussfolgerung gezogen, dass der Feinstaub eine zusätzliche Mortalität der Woronesher Bevölkerung biz zu 1800 Fällen jährlich verursacht.

Die Industriebetriebe in Russland, deren Produktion auf die Umwelt einwirkt, kommen auf hohe Kosten für ihre nichtökologische Politik. Für solche Betriebe sind bestimmte Normen der negativen Einwirkung auf die Umwelt festgelegt, die ihre Steuern bestimmen. Wenn diese Normen überschritten werden, bezahlen das die Unternehmen zusätzlich.

In Russland wird die ökologische Ausbildung eingeführt und das ökologische Recht wird ständig vervollkommnet. So wurden in der Woronescher Region regionale Gesetze verabschiedet, die Bodennutzung, Förstereien und Luftschutz betreffen. Es werden die Aktionen „Reiner Boden“ und „Reine Luft“ durchgeführt sowie „Tage des Schutzes vor ökologischer Gefahr“organisiert. Aus wirtschaftlicher Sicht ist es wichtig, dass in der Region der Übergang von der früheren „Restfinanzierung“ der Ökologie zum Wachstum der Investitionen in diesen Bereich offensichtlich ist.

Zur administrativen Verantwortung werden juristische Personen gezogen, die die ökologische Stabilität der Region verletzen. Die Geldstrafen werden folgenderweise festgesetzt: für Bürger – von 10 bis 20 minimaler Gehaltshöhe ( statt 5-10 früher), für zuständige Angestellte und Beamte – von 20 bis 40 MGH ( statt 10-20 früher), für juristische Personen – von 300 bis 600 MGH (statt 300-600 früher) laut Kodex über administrative Verbrechen der Russischen Föderation.

Für die ökologische Sicherheit ist es wichtig, wenn staatliche Institutionen mit privaten Unternehmen zusammen arbeiten, weil die ungenügende staatliche Finanzierung durch die finanzielle Unterstützung vom privaten Business ergänzt werden kann. Man muss aber dabei nicht außer Acht lassen, dass die Interessen des Privatunternehmers im Bereich des Naturschutzes den Interessen der Bevölkerung, die in dieser Region lebt und leben wird, widersprechen können.