EURO-ECO 2008

Hanover

18 - 20 November 2008

Environmental and Engineering Aspects for sustainable living

European Academy of Natural Sciences, Hanover

European Scientific Society, Hanover

University of Bremen, Bremen


D.O. Dushkova GESUNDHEIT DER BEVÖLKERUNG ALS HAUPTINDIKATOR DER UMWELTQUALITÄT
Moskauer Staatliche Lomonosov-Universitaet, Russland

Die Forschung des Gesundheitszustands der Bevölkerung, das zur Zeit als einer der Hauptindikatoren der ökologischen Situation bestimmt wird, ist für die komplexe Einschätzung des Territoriums zwecks Verbesserung der Lebensqualität der Bevölkerung notwendig.

Die Abhängigkeit menschlicher Gesundheit von den Umweltbedingungen ist heutzutage eine allgemein anerkannte Tatsache. Es wird angenommen, 20-25 % aller Faktoren, die die Gesundheit formieren, machen die ökologischen aus. Aber wenn es um die Bevölkerung geht, die unter den extremen Naturbedingungen wohnt, beeinflussen die ökologischen Faktoren den Gesundheitszustand stärker. Eine Reihe der Forschungen zeigt, dass das Risiko der negativen Einwirkungen einiger Schadstoffe auf den Organismus des Menschen unter den extremen klimatischen Bedingungen ansteigen kann.

Von uns wurden die medizinisch-ökologische Forschungen von Territorien der industriellen Zentren des europäischen Nordens Russlands durchgeführt: im Gebiet Murmansk – Westkola (Nickel, Zapoljarnij), Zentralkola (Montschegorsk, Olenegorsk); Chibinskij (Kirowsk, Apatity); im Gebiet Archangelsk – Archangelskij (Archangelsk, Sewerodwinsk, Nowodwinsk) und Kotlasskij (Kotlas, Korjaschma); in der Komi Republik– Workutinskij (Workuta und die Umgebungen).

Aufgrund des Projektes “Strategisches Programm für den Umweltschutz in der Arktis“ (2005, 2007) wurden diese Territorien zu den Hauptimpactgebieten Nordens Russlands mit der kritischökologischen Situation gezählt.

Die Forschungen zeigen, dass die Gesundheit der Bevölkerung dieser Territorien unter den extremen Naturbedingungen formiert wird, deren Einwirkung durch die verfallende natürliche Umgebung infolge der anthropogenen Einflüsse verstärkt wird. Dabei müssen die negativen sozialökonomischen und demographischen Erscheinungen in der Gesellschaft hinzugefügt werden, die neben der ökologischen Situation Ursachen der Verschlechterung der Lebensqualität in der Region sind.

Das wird durch die hohen Kennziffern aller ökologisch bedingten Krankheiten bestätigt, zu den nach der Bestimmung der World Health Organisation (WHO) die Erkrankungen von Atmungsorganen, Haut, Blut und Blutorganen, sowie auch bösartige Neubildungen gehören. Im Laufe unserer Untersuchung wurden folgenden Daten im Vergleich zu den allrussischen Hintergrund festgestellt: die Kennziffer der angeborenen Anomalien bei den Kindern waren 10fach überschritten, Erkrankungen von Atmungsorgane, bösartigen Neubildungen und Dermatitis waren 2 Mal höher.

All das hat sich auf die Lebensdauer von der Bevölkerung der untersuchten industriellen Zentren widergespiegelt (die Lebensdauer erreicht 54-58 Jahre bei den Männern und 69-71 Jahre bei den Frauen), das ist auf 2-5 Jahre niedriger als mittlere Kennziffer in Russland.

Im Verlauf dieser Untersuchung wurden Methoden der medizinisch-ökologischen Forschung durchgeführt und auf die Problematik der Industriegebiete (unter Berücksichtigung der natürlichen und wirtschaftlichen Besonderheit des Nordens Russlands) bezogen und angepasst. Dabei bildeten die Besonderheit der medizinisch-ökologischen Situation und ihre Widerspiegelung in der Lebensqualität der Bevölkerung einen besonderen Schwerpunkt.

Aufgrund der entwickelten Methodik und der angebotenen Kriterien für die Analyse der medizinisch-ökologischen Situation waren die negativen Tendenzen von Veränderung der Gesundheit der Bevölkerung untersucht. Daneben wurden territoriale Unterschiede festgestellt, die von der Naturnutzungsstruktur bedingt sind.

Die Ergebnisse sind kartographisch dargestellt, was die Raumanalyse ermöglicht.