EURO-ECO 2006Hanover4 - 5 December 2007 |
Environmental and Engineering Aspects for sustainable living |
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Disclaimer |
| G.-J. Tuschewitzki | TRINKWASSER – BASIS FÜR MENSCH, NATUR UND INDUSTRIE |
| Hygiene-Institut des Ruhrgebietes, Gelsenkirchen, Deutschland |
Für die Bereitstellung von einwandfreiem Trinkwasser ist es notwendig, die Ursachen für Erkrankungen zu kennen und zu beseitigen. Die Trinkwasserhygiene bringt dafür heutzutage gute Voraussetzungen mit:
Kenntnisse über Gefahren und Risiken sind vorhanden!
Aufbereitungstechniken und Installationstechnik ist ebenfalls vorhanden!
Technische Regeln für die Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung von Trinkwasser sind ebenfalls vorhanden!
Darüberhinaus sind in vielen Ländern auch gesetzliche Regelungen für Trinkwasser vorhanden. In weiten Bereichen fehlt es allerdings aus verschiedenen Gründen an der Umsetzung der Kenntnisse und Beachtung der technischen und gesetzlichen Regelungen.
Der häufigste Übertragungsweg von Infektionserregern mit dem Trinkwasser wird mit fäkal/oral bezeichnet und war und ist weit verbreitet. In den meisten Fällen ist heute der Weg der Bakterien nicht so direkt wie gezeigt, sondern heute gelangen die Bakterien meist über weite Umwege zum Menschen zurück. Aber das Prinzip des fäkal-oralen Infektionsweges besteht auch heute noch. Diese Infektionswege müssen erkannt und unterbrochen werden. Dafür stehen zur Verfügung: Trennung von Abwasserentsorgung und Trinkwassergewinnung. Das Gelände der Trinkwassergewinnung ist vor fäkaler Verschmutzung zu schützen. Dafür können Trinkwasserschutzzonen eingerichtet werden.
Für Wasser, das mikrobiologisch belastet ist, oder das belastet werden kann, gilt ein Aufbereitungsgebot ! Oberflächenwasser ist ohne Ausnahme aufzubereiten. Diese Aufbereitung kann durch eine Desinfektion ergänzt werden. Über 100 Jahre bekannt ist die Filtration, das kann einfach sein über Sandbecken, die viel Fläche benötigen bis hin zur heute modernen und kompakten Membranfiltration. Bei der Filtration werden Bakterien, Viren und Protozoen eliminiert.
Etwa ähnlich lange bekannt ist auch die Desinfektion, mit der man sehr effektiv Krankheitserreger abtöten kann. Die Desinfektion ist vergleichsweise preiswert, daher liegt es nahe, das fäkal verschmutzte Wasser nur zu desinfizieren. Aber dieses Vorgehen ist in vielen Fällen unzureichend: dort wo Parasiten im Wasser vorkommen, Cryptosporidien und Giardien, reicht die Desinfektion nicht aus, weil diese Krankheitserreger nahezu resistent sind. Wenn Bakterien in Schmutzpartikel eingehüllt sind oder Trübstoffe und Partikel im Wasser sind, wirkt die Desinfektion ebenfalls nicht oder nur ungenügend.
Die neuesten technischen Regeln in Deutschland verlangen daher bei Oberflächenwasser: vor der Desinfektion sind Partikel abzutrennen (das heisst das Wasser ist zu filtrieren. Die Desinfektion als alleiniger Behandlungsschritt ist nur dann zulässig, wenn das Wasser eine Trübung von maximal 0,1 - 0,2 FNU (Formazin nephelometric units) aufweist, und nur eine gelegentliche und geringe fäkale Belastung aufweist. Alle anderen Wässer müssen vor einer Desinfektion aufbereitet werden. Die Desinfektion ist daher als zusätzliche Sicherheitsstufe anzusehen, aber nicht als alleinige Aufbereitung, wenn ein verschmutztes Wasser vorliegt.