EURO-ECO 2007

Hanover

4 - 5 December 2007

Environmental and Engineering Aspects for sustainable living

European Academy of Natural Sciences, Hanover

European Scientific Society, Hanover

Russian Academy of Natural Sciences, Moscow

Z. Dushkova DER SCHUTZ DES BEWUSSTSEINS DES MENSCHEN IN DER SICH ENTWICKELNDEN INFORMATIVEN INFRASTRUKTUR DER GESELLSCHAFT
Verlagshaus Dushkova”, Moskau, Russland

In der modernen Gesellschaft wird eine Reihe von Tendenzen beobachtet, die zum tieferen Verständnis der Natur des menschlichen Wesens führen. Im Verlauf der Evolutionsentwicklung des Homo sapiens konnte man ein erstes Erwachen eines Bewusstseins erkennen, das dem Individuum die Möglichkeit des Aufstieges zu einer höheren Stufe der Entwicklung brachte. In der ersten Zeit bewegte sich der Mensch in einer Umwelt, die ihren bewehrten Rhythmus auf einem Niveau hatte, das durch einen natürlichen Übergang aller Naturkräfte vom chaotischen Zustand zu einem vollkommeneren gekennzeichnet war. Heute aber gibt es Zweifel bei der Einordnung des Homo sapiens in das Evolutionschema.

Wenn wir die Erde wie einen lebenden Organismus betrachten, in dem es ein eigenes Schema von Wechselwirkungen auf dem Niveau aller Strukturen gibt, können wir so ein eindeutiges System von Signalen erkennen, die von Pflanzen zu Pflanzen gehen, von Tieren zu Tieren, sowie auch von Pflanzen und Tieren zum Menschen und umgekehrt.

Diese Ordnung von Signalen konstituiert sich auf der Ebene aller lebender Organismen und spielt eine wichtige Rolle im Verhältnis “Mensch – Mensch”. Hier kann ein Informationsaustausch bis auf Zellebene hinab stattfinden, das seinen Abdruck auch auf genetische Struktur hinterlässt. All das zusammen führt zu bedeutenden Veränderungen, die das menschliche Bewusstsein verschieden erweitern. Aber wie ist es, wenn in eine lebende homogene Struktur etwas künstliches eindringt, das den natürlich-harmonischen Biorhythmus des Bewusstseins zerstört?

Der wissenschaftlich-technische Fortschritt fordert eine Umordnung des menschlichen Bewusstseins und die Erarbeitung neuer Zugänge zum System “Mensch – Maschine – Mensch”. Die Rohstoffe, aus denen sich das so genannte Wohl der Zivilisation gründet, und die eigentlich hilfreich sein sollten, führen oft zu Tod und Zerstörung. Lebende und tote Materie stehen nicht nur in einem Konflikt, sondern gar in einem Krieg. Allein in Russland sind im letzten halben Jahr mehr Menschen bei Autounfällen umgekommen, als in 10 Jahren Krieg in Afganistan.

Dieselben Menschen schmieden Waffen und gießen Kugeln, die sie selbst umbringen – mit ihren eigenen menschlichen Händen. Folgerichtig entsteht die Frage: Wer besitzt die Macht über das menschliche Bewusstsein, wenn Menschen sterben, der Rohstoff aber die Oberhand behält? Sollte die Herrschaft der Mineralien, der Flora, Fauna bzw. des Menschen nicht eine klar definierte hierarchische Struktur haben?

Als wichtig heute wird erstens der Schutz des Bewusstseins vor Unwissen und Vorurteilen, die oft zu Aggressivität führen, angesehen, und zweitens der Schutz der Träger von Innovationen. Das ist die wichtigste Pflicht der Gesellschaft. Und drittens schließlich sollen diese Vordenker realisierbare Methoden finden, die das zerstörte Verhältnis zu den Kräften der Natur wieder herstellen. Darüber hinaus kann man einen vierten Punkt herausstellen – nämlich die geeignetesten Maßnahmen, die zur Realisierung eines Aufklärungsprogrammes zur Popularisierung neuer Errungenschaften auf dem Gebiet der Wissenschaft und Technik führen.

Eine Verbindung zwischen lebender und toter Materie kann sofort hergestellt werden, wenn man bedenkt, dass jede Verschmelzung von Rohstoffen – zu Polymeren und Legierungen beispielsweise – schon einen Funken Bewusstsein besitzt, da bei deren Herstellung menschliche Gedanken eingeflossen sind. Die Bewusstseinsebene selbst kann das Erkenntnissniveau für die Verantwortung für den eigenen Gedanken erhöhen, der sich in Werken, die durch des Menschen Hände erschaffen wurden, wiederfindet.

Ausgehend von diesen Thesen wollten wir vom “Verlagshaus Dushkova” zur Zusammenarbeit und Vorbereitung eines Almanachs “Wissenschaft. Philosophie. Pädagogik” einladen, den ich als verantwortliche Redakteurin und eine Autorin mit mehr als 50 philosophischen Büchern vorstelle.